Ein Grundstück vermessen – welche Kosten fallen an und wann ist es notwendig? 

 

Sie haben Ihr Traumgrundstück gefunden? Muss das Grundstück noch vermessen werden, kommen Kosten auf Sie zu. In welchen Fällen die Neuvermessung Pflicht ist und wie teuer es werden kann, erklären wir Ihnen hier. 

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Warum muss ein Grundstück vermessen werden? 

320 Quadratmeter ist Ihr Wunschgrundstück laut Grundbucheintrag groß – doch stimmt das auch? Sieht es nicht irgendwie kleiner aus? Und gehört die dichte Hecke eigentlich noch zum Grundstück dazu?

Bevor Sie einen Kaufvertrag unterschreiben, muss das Grundstück häufig neu vermessen werden – damit Sie und der Vorbesitzer genau wissen, wie groß das Grundstück ist und wo es endet. Das gilt insbesondere, wenn Grenzen unklar sind oder verändert werden sollen. Oft fehlen etwa Grenzzeichen oder das Grundstück wurde mit veralteter Messtechnik gemessen. 

Den Messvorgang übernimmt ein Vermessungsingenieur. Bei zukünftigen Nachbarschaftsstreits über den Verlauf von Gartenzäunen haben Sie die amtlich bestätigten Grundstücksmaße dann Schwarz auf Weiß und das Recht auf Ihrer Seite. Auch wenn ein Grundstück zu vermessen mit Kosten verbunden ist, zahlt sich die Bürokratie hier aus. 

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Wann muss ein Grundstück vermessen werden?

Nicht immer ist die Vermessung freiwillig. Bei einem Neubau sind drei in bestimmten Abständen aufeinanderfolgende Messungen rechtlich vorgeschrieben.

Auch wenn der Grundriss von Gebäuden oder Grundstücken verändert werden soll, beispielsweise bei einer Grundstücksteilung, ist die Neuvermessung Pflicht. Wenn Sie zwei Grundstücke zusammenlegen wollen, gilt dies allerdings nicht. 

Übrigens: Den Antrag auf Grundstücksvermessung muss der Eigentümer stellen, der Ihnen das Grundstück verkaufen möchte. Schließlich sind Sie erst nach Eintrag ins Grundbuch der offizielle Eigentümer. Zur Vermessung befugt sind nur Mitarbeiter des Katasteramts oder öffentlich bestellte Vermessungsingenieure. 

Achtung: Da das Vermessungsrecht ist in Deutschland Ländersache ist, sollten Sie sich über Ihre Rechte und Pflichten informieren, die in Ihrem Bundesland gelten.

Wie genau wird ein Grundstück vermessen?

Es gibt verschiedenen Methoden, um ein Grundstück zu vermessen. Mit Kosten sind alle verbunden. Hier eine Übersicht: 

1. Grenzvermessung

Bei der Grenzvermessung prüft der Ingenieur die Grundstücksgrenzen vor Ort und gleicht die Maße mit den Daten im Liegenschaftskatasteramt ab. Fehlende Grenzsteine werden ersetzt. Vermessungsingenieure nutzen zur Vermessung des Grundstücks sogenannte Fluchtstangen, Winkelmessinstrumente, Stative, GPS, photogrammetrische Auswertungen, Laserscanner und andere Techniken und Methoden, je nach Art und Größe des Grundstücks. Dabei berücksichtigen sie Topographie und Versorgungsleitungen. 

14 Tage nach Baubeginn nimmt der Vermessungsingeniuer eine Baukontrollmessung vor, er prüft also, ob die eingetragenen Maße eingehalten werden.

Ein drittes Mal kommt der Experte zur Gebäudeeinmessung, wenn das Haus steht. Anschließend kann er die Lage des Gebäudes in das Liegenschaftskataster der Stadt eintragen.  

Unser Tipp: Da beim Grundstück vermessen Kosten anfallen, sollten Sie möglichst die Baukontrollmessung und Gebäudeeinmessung gleichzeitig durchführen lassen. So können Sie Geld sparen.

2. Grenzfeststellung

Wurden Grenzwerte mit veralteten Methoden ermittelt, muss der Grenzverlauf durch eine Überprüfung vor Ort neu festgelegt und markiert werden. Nur wenn alle Grundstückseigentümer eine Anerkennungserklärung unterzeichnen, können die neu ermittelten Daten ins Grundbuch eingetragen werden.

3. Grenzanzeige

Ähnlich wie bei der Grenzvermessung gleicht ein Experte bei der Grenzanzeige die Grenzangaben im Grundbuch mit den Gegebenheiten vor Ort ab. Die Grenzsteine bleiben allerdings an Ort und Stelle und werden gegebenenfalls nur neu markiert. Diese Art, ein Grundstück zu vermessen, verursacht weniger Kosten als die Grenzvermessung. 

4. Teilungsvermessung

Bei der Teilung eines Grundstücks ist eine Teilungsvermessung notwendig. Dabei werden neu bestimmte Grenzen mit Abmarkungen gekennzeichnet. Eigentümer müssen in einer Grenzniederschrift die Teilung bestätigen, nur so können die Grundstücksdaten im Grundbuch geändert werden. 

Ein Grundstück vermessen: Welche Kosten fallen an?

Die Kosten für die Grundstücksvermessung übernimmt in der Regel der neue Eigentümer, diese fallen somit unter Baunebenkosten. Die Gebühren richten sich nach der im Bundesland geltenden Vermessungsgebührenverordnung (VermGebO). Käufer und Verkäufer können sich allerdings auch schriftlich darauf einigen, die Kosten zu teilen.

Bei Grenzstreitigkeiten sind beide Parteien verpflichtet, die Hälfte der Kosten zu übernehmen. Unsere Experten von upmin stehen Ihnen in diesem Fall mit juristischer Expertise zur Seite. 

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Die Höhe der Kosten hängt von verschiedenen weiteren Faktoren ab, darunter folgende: 

  • Vermessungsart und Aufwand
  • Grundstücksfläche und Lage (in Großstädten manchmal teurer)
  • Bodenwert
  • Höhe des Sockelbetrags
  • notwendige Dokumente, die ausgestellt werden müssen

Grundstück vermessen – mit diesen Kosten müssen Sie rechnen: 

Grenzanzeige 600 – 1.100 Euro
Grenzfeststellung 700 – 1.300 Euro
Grenzvermessung 1.000 – 1.400 Euro
Teilungsvermessung 2.600 – 3.600 Euro

 

Die Vermessung eines Grundstücks ist mit Kosten verbunden, die Sie als zukünftiger Grundstückseigentümer meist selbst übernehmen müssen. Wollen Sie Ihren Neubau vermieten, sind Sie damit nicht allein: Unsere Experten von der Hausverwaltung upmin regeln nicht nur lästige Verwaltungsaufgaben, sondern beraten Sie auch in allen finanziellen, juristischen und praktischen Fragen. 

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