Bauzinsen bleiben niedrig

 

Die Wende bei den Zinsen für die Baufinanzierung schien vorerst auszubleiben. Jedoch stiegen die Bauzinsen zuletzt wieder leicht, mittelfristig wird ein noch stärkerer Anstieg erwartet. Wir zeigen Ihnen die aktuellen Entwicklungen und was Sie beachten sollten, falls Sie bauen möchten. 

Die Frage nach der Höhe der Bauzinsen bleibt ein Dauerbrenner. Selbst kleine Prozentsätze können ein Investitionsvorhaben erheblich verteuern. Nach den historischen Tiefständen im letzten Jahr sind sich viele Experten einig: das Ende des ungewöhnlich lang anhaltenden Zyklus ist gekommen.

Aktueller Stand der Bauzinsen 

Die Zinsen für Immobiliendarlehen haben Anfang Oktober leicht zugelegt. Damit sind die Bauzinsen im Vergleich zu den Sommermonaten wieder etwas gestiegen, bleiben jedoch immer noch auf einem niedrigen Niveau von durchschnittlich unter 1 Prozent. Expertinnen und Experten gehen in der Mehrheit kurzfristig von gleichbleibenden und mittel- bis langfristig von steigenden Zinsen aus. Wer aktuell überlegt, eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen, sollte dies im Hinterkopf behalten. 

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Kaufpreise steigen weiter

Den immer noch günstigen Zinsen stehen weiter steigende Immobilienpreise entgegen. Das Finanzierungsportal Baufi24 hat in einer Untersuchung von rund 200.000 Immobilientransaktionen festgestellt: In den Vergleichszeiträumen Mai bis Oktober 2020 und November 2020 bis April 2021 haben die Preise für Immobilien im Schnitt bundesweit um sechs Prozent zugelegt. Der Quadratmeterpreis für Wohnungen lag bei rund 3.065 Euro (plus 6,82 Prozent). In den Metropolen, wo der Wohnraum besonders knapp ist, sind noch höhere Preissteigerungen zu beobachten. Neben den Kaufpreisen erleben ebenso die Bau- und Materialkosten einen massiven Preisschub. Aufgrund von durch die Pandemie verursachten Lieferschwierigkeiten haben sich Dämmstoffe, Holz oder PVC-Rohre teilweise um 50 Prozent verteuert.

Ende der lockeren Geldpolitik?

Die derzeit größte Gefahr für steigende Zinsen und damit für die Gesamtkalkulation des Investments, stellt die Inflation dar. Die Teuerungsrate ist in den letzten Jahren nur minimal gestiegen und verzeichnete vereinzelt sogar negative Werte. Nun ist sie jedoch seit August laut Monatsbericht der Bundesbank Statistisches Bundesamt von 3,4 Prozent auf 4,1 Prozent gestiegen. Dabei ist von weiter steigenden Inflationsraten die Rede: „Insgesamt dürfte die Teuerungsrate noch weiter zunehmen, bevor sie im kommenden Jahr allmählich zurückgeht“, schreiben die Volkswirtinnen und Volkswirte im aktuellen Monatsbericht“

Die Europäische Zentralbank hält aufgrund der nicht enden wollenden Corona Krise und der weiter angeschlagenen Situation einiger südlicher Länder an ihrer extrem lockeren Geldpolitik fest. Notenbank-Chefin Christine Lagarde hat in ihrer Zinssitzung im Juli sich deutlich geäußert. Die EZB will mit milliardenschweren Anleihekäufen die Zinsen weiterhin niedrig halten und so die Wirtschaft stützen.

Faktor Zukunftsfähigkeit

Investitionen in Immobilien sind aufgrund der derzeitigen Zinspolitik immer noch sehr attraktiv. Das Investment bedarf aber aufgrund der hohen Preise beim Kauf und am Bau sehr viel Sorgfalt. Neben der Lage wird auch die Zukunftsfähigkeit einer Immobilie ein wichtiger Bewertungsfaktor sein. In den nächsten Jahren sind vom Gesetzgeber vielfache Investitionen zur Energieeffizienz und zum Klimaschutz gefordert. Ebenso verändern sich in einer alternden Gesellschaft die Ansprüche ans Wohnen. Für Immobilien mit erstklassiger CO2 Bilanz oder mit barrierefreier, flexibler Grundriss-Planung rechnet sich ein höherer Preis.

Lange Zinsbindung, hohe Tilgung

Auch wenn die Zinswende noch ausbleibt, ist eine veränderte Geldpolitik nicht ausgeschlossen. Dem Immobilienkäufer bleibt als Schutz vor steigenden Finanzierungskosten eine möglichst lange Zinsbindung und eine hohe Tilgung. Mit einem Forward-Darlehen können Anleger eine bestehende Hypothek günstig verlängern.

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